13
April
2018
|
13:04
Europe/Amsterdam

Karriere

Wie sieht die Arbeitswelt der Zukunft aus?

 

Künstliche Intelligenz, flexible Arbeitsstrukturen und zukunftsfähige Jobmodelle – Stefan Jepsen, Personalleiter der Mercedes-Benz Bank, gibt spannende Einblicke in das Arbeitsumfeld der Zukunft und berichtet, wo er sich Inspirationen für seine Arbeit holt.

Die Arbeitswelt durchläuft schon seit einiger Zeit starke Umbrüche, maßgeblich beeinflusst durch die Digitalisierung, den demografischen Wandel und gesellschaftliche Trends. Ich bin nun schon über 20 Jahre in der Personalarbeit tätig und habe viele Veränderungen auf Seiten der Bewerberinnen und Bewerber beobachtet: Vor etwa 10 bis 15 Jahren haben sich Menschen primär für die Mercedes-Benz Bank interessiert, weil sie das Gefühl hatten, dass wir ein wirtschaftlich starkes Unternehmen sind, in dem man sich gut beruflich entwickeln kann. Die Internationalisierung spielte ebenfalls eine große Rolle.

Zukunftsfähige Unternehmen sind attraktiv

Das sind sicher auch heute noch valide Motive. Allerdings bringen unsere Bewerber zunehmend Fragen zu Zukunftsthemen mit in die Gespräche: Automatisierung, Datenschutz, digitale Medien. Sie wollen wissen, wie ihr potenzieller Arbeitgeber für die Zukunft gerüstet ist. Die beruflichen Weiterentwicklungsmöglichkeiten sind ebenso wichtig, weil sie selber bestmöglich für einen Arbeitsmarkt der Zukunft aufgestellt sein möchten. Das kommt uns als Arbeitgeber entgegen, denn in diesem Punkt haben wir viel zu bieten.

Karriere ist vielen wichtig – aber nicht das Einzige

Worüber wir auch häufig sprechen, ist eine Ausgewogenheit zwischen Job und dem Rest des Lebens. Ich vermeide hier bewusst das Wort „Work-Life-Balance“, denn das trifft es nicht ganz. Die Bewerberinnen und Bewerber wünschen sich eine Akzeptanz dafür, dass sie neben ihrer Karriere den Wunsch haben, ihr Leben mit anderen Dingen sinnvoll zu gestalten. Das kann die Familie sein, aber auch ein zeitintensives Hobby. Der Job ist eben nur ein Teil. So offen hätte man das früher sicher nicht angesprochen.

Was solche Themen angeht, kann die Mercedes-Benz Bank sehr gut punkten. Denn wir haben eine stabile Philosophie als Treiber unserer Personalarbeit: Mitarbeiterzufriedenheit treibt Kundenzufriedenheit treibt Profit. Dafür haben wir in den letzten Jahren auf allen Ebenen viel getan und das stellt niemand infrage. Wir bieten Mitgestaltungsmöglichkeiten, flache Hierarchien, Teamgeist und – Erfolg. Letzteres ist auch ein Aspekt, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren.

Klassische Arbeitsstrukturen lösen sich auf

Bei uns ist es im Grunde wie beim Fußball: Wir haben alle unserer Positionen. Jeder spielt seine Rolle und alle spielen auf ein Tor. Mit einer jungen, dynamischen Mannschaft gelingt uns das. Und das spüren neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schnell. Wir arbeiten miteinander, auch über Teams und Abteilungen hinweg. Das wird auch in Zukunft wichtig sein: Moderne, offenere Arbeitsstrukturen lösen die klassischen Organisationsstrukturen ab. Das kommt auch dem Wunsch vieler Menschen entgegen, die themenorientierter und selbstständiger arbeiten möchten, möglichst in kürzeren Projektzyklen.

Mensch und Maschine prägen gemeinsam die Arbeitswelt

Hinzu kommt die Technologie: Ein spannendes, aber auch sehr weites Feld ist beispielsweise die künstliche Intelligenz. Ich ziehe viel Inspiration für meine Arbeit aus der Kunst und war erst kürzlich in der Ausstellung „Open Spaces“ in Karlsruhe. Dort kann man sehen, dass Roboter Manifeste am Stehpult schreiben. Und das ist nur ein Beispiel von vielen für den Einsatz künstlicher Intelligenz. Diese Form von Technologie wird die Arbeitswelt immer stärker beeinflussen.

Als Personalleiter bin ich übrigens von all dem nicht ausgenommen. Ich selber bin ja auch ein Teil der Mannschaft. Wenn man bedenkt, wie rasend schnell sich die Geschwindigkeit von Prozessoren in den letzten Jahren entwickelt hat, und dass Computer mit Leichtigkeit Schachweltmeister schlagen, kann ich nicht ausschließen, dass sogar mein eigener Job durch eine intelligente Maschine übernommen wird – vielleicht aber nur in Teilen. Die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine ist jedenfalls ein Thema, dass die Personalarbeit auch heute schon beschäftigen muss.

 

Geduld ist der lange Atem der Leidenschaft

In meinem eigenen Alltag profitiere ich von dem Umfeld, für das wir jeden Tag arbeiten. Ich erlebe die Mercedes-Benz Bank als ein innovatives Unternehmen, das sich immer wieder hinterfragt. Vieles lässt sich wirklich schnell und einfach umsetzen, weil unsere Führungskräfte voll und ganz hinter dem Konzept stehen. Weder in guten noch in weniger guten Zeiten hätte ein Vorstand je an der Umsetzung guter Ideen und überzeugender Konzepte gespart.

Hin und wieder braucht man natürlich trotzdem Geduld und eine hohe Frustrationstoleranz, denn manche Themen brauchen einfach Zeit, um zu wachsen. Als Personalleiter ist es meine Aufgabe, dafür Räume zu schaffen. Die Personalarbeit hat heutzutage auch eine abstraktere Ebene hinzugewonnen. Unsere Welt ist sehr komplex geworden. Viele Menschen fragen sich: „Wie orientiere ich mich in Zeiten, in denen so viel unsicher und unvorhersehbar ist?“ Und da schließt sich der Kreis zur künstlichen Intelligenz. Die Frage, inwieweit die eigene Tätigkeit von Robotik beeinflusst wird, hat auch sehr persönliche Konsequenzen. Ursprünglich habe ich ja einmal Theologie studiert, da sind solche Themen für mich natürlich besonders spannend. Darum bleibe ich auch mal hartnäckig, wenn es sein muss. Denn man kann viel wollen, aber man muss auch bereit sein, geduldig einen gemeinsamen Weg zu gehen.

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