11
November
2016
|
10:24
Europe/Amsterdam

Wie der Autokredit in Mode kam

Von Bettina Nickel - Wenn es um die Anschaffung eines neuen Autos geht, setzen heute schon drei Viertel aller Kunden auf einen Kredit. Leasing und Finanzierung sind in, Barzahlen ist out. Das war nicht immer so. Ganz im Gegenteil: Noch bis in die 70er Jahre galt der Autokauf auf Raten bei vielen als unseriös.

Wer in den 60er Jahren eine „Heckflosse“ von Mercedes-Benz fahren wollte, hatte den Kaufpreis entweder schon angespart oder lieh sich das Geld, um es dem Verkäufer bar auf den Tisch zu legen und als Eigentümer der schicken Limousine vom Hof zu fahren. Für einen 220 b musste man damals rund 11.500 DM berappen.

Als Daimler 1967 ins Leasinggeschäft einstieg, war das erstmal nur für einzelne Geschäftskunden interessant. Die Welle ist, wie so viele davor und danach, aus den USA zu uns geschwappt. Es waren amerikanische Geschäftskunden, die für die Fuhrparks ihrer Niederlassungen in Deutschland immer öfter nachfragten, ob sie die Fahrzeuge nicht auch leasen könnten. Sie schätzten den Vorteil, dass sie die Fahrzeuge über das Miet-Modell nicht mehr in ihrer Bilanz aufführen mussten und es zurückgeben konnten, bevor Verschleißreparaturen fällig wurden. Doch bis das Leasinggeschäft wirklich Fahrt aufnahm, hat es gedauert. Innerhalb der ersten zehn Jahre wurden gerade mal 9.000 Leasingverträge unterzeichnet. Mercedes-Privatkunden waren seinerzeit immer noch weit davon entfernt, ein „Heiligs Blechle“ zu fahren, ohne es sich erspart zu haben.

Das änderte sich dann in den achtziger Jahren, worauf Daimler mit Gründung der Mercedes-Benz Finanz GmbH erstmals auch Fahrzeugkredite für Privatkunden anbot. Den Anfang machte ein Maschinenschlosser. Er erfüllte sich 1988 seinen Traum vom eigenen 230 CE in blau-schwarz über eine Finanzierung. Das Vorgängermodell der E-Klasse ging damit als erstes Privatfahrzeug in unsere Bücher ein. Damit Verkäufer ihren Kunden schnell und kompetent ein Leasing- oder Finanzierungsangebot unterbreiten konnten, wurde sogar eigens ein Rechner entwickelt.

Heute kommt in Deutschland schon mehr als jedes zweite Fahrzeug von Daimler mit einer Finanzierung der Mercedes-Benz Bank auf die Straße. Das gilt für Pkw oder Nutzfahrzeuge, Privat- oder Dienstwagen. Heute kann der Neuwagen vom Sofa aus konfiguriert und finanziert werden und wer weiß, was die Zukunft noch bringt.

Mehr Geschichten über Autofinanzierung, Leasing und die Mercedes-Benz Bank gibt es hier im Blog. Für eine Zeitreise zu den Anfängen des Automobils und wie dieses in Mode kam, empfehlen wir das Mercedes-Benz Museum in Stuttgart.
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