15
September
2017
|
13:20
Europe/Amsterdam

Was eine Führungskraft auszeichnet

Gedanken einer Preisträgerin

Von Juliane Gebhardt – Kurz bevor ich aufgerufen werde, bin ich doch etwas nervös. Unser Vorstand Franz Reiner steht auf der Bühne und dann ist es soweit: Ich bekomme den Award für den „Leader of the Year“ – das wohl schönste Kompliment für meine Arbeit, das ich mir vorstellen kann. Eine ganz besondere Wertschätzung meiner Mitarbeiter, die mich nominiert haben. Und das, obwohl die letzte Zeit von vielen Veränderungen bei uns geprägt war. Wir haben umstrukturiert, Neuland betreten, Prozesse verändert. Eine Zeit, die für uns alle sehr intensiv war. Wahrscheinlich habe ich deshalb sehr viel über meine Rolle als Führungskraft nachgedacht. Neben all den technischen und prozessualen Themen habe ich immer Wert darauf gelegt, die Menschen und ihre Familien „dahinter“ im Blick zu behalten. Habe mich um Lösungen bemüht, die Mitarbeitern und Unternehmen gleichermaßen gerecht werden.

Durch meine beruflichen Stationen habe ich immer wieder Veränderungen erlebt und weiß, was es bedeutet, neu anzufangen oder sich auf unvorhergesehene Entwicklungen einzulassen. Nach Einsätzen in Neuseeland, der Americas-Asia-Pacific-Region und als Assistentin des Vorstands bin ich seit August 2015 CFO der BeNeLux-Länder und wohne mit meinem Mann und unseren drei Kindern in der Nähe von Utrecht. Mit einem Team von 35 Leuten, die über 3 Länder verteilt sind, wird es nie langweilig.

Meine unterschiedlichen Stationen haben mir gezeigt: Bei allen Unterschieden, egal ob kultureller Natur oder mit Blick auf die Lebensstile, haben wir eines gemeinsam. Wir wollen alle etwas beitragen, wir wollen anerkannt werden und wir wollen Teil von etwas Größerem sein. Das gilt für Mitarbeiter, Kollegen, Vorgesetzte und natürlich für mich selbst. Daher ist es in meinen Augen immens wichtig, dass ich in meinem Team jeden Einzelnen sehe und fördere. Ein ehemaliger Chef von mir, der für mich auch immer Vorbild war, pflegte zu sagen: „Wenn du eine Insel wirklich erobern willst, verbrenne das Boot bei der Ankunft“. Das habe ich mir zu Herzen genommen. Wenn ich etwas erreichen will, lasse ich mich voll darauf ein, stehe voll und ganz dahinter, schaue nach vorne, nicht zurück. Ich glaube, das macht eine authentische Führungskraft aus.

Die größte Herausforderung als Führungskraft ist es sicherlich, Veränderungen umzusetzen. Das Tempo, in dem sich die Welt verändert, wird immer schneller. Gleichzeitig haben die Menschen aber auch ein großes Bedürfnis nach Sicherheit und einem klar umrissenen Spielfeld. Deswegen ist Kommunikation ein wesentlicher Baustein, um eine Balance zwischen dem Anlass der Veränderung und den unmittelbaren Konsequenzen für die Mitarbeiter herzustellen. Es ist essentiell, dass mein Team versteht, warum sich etwas verändern soll, was die Idee dahinter ist und wie das alles wiederum ins Gesamtbild passt. Liegt der Fokus zu sehr auf einem der beiden Pole, ist die Gefahr groß, dass die Idee nicht ernst genommen wird.

Für mich gehört es zu den wichtigsten Aufgaben, Brücken zu bauen und Menschen zusammenzubringen. Ich bin überzeugt, dass wir erfolgreich sind, wenn wir auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Mit Kollegen, die verstehen, warum Veränderungen nötig sind. Die ihre Meinung einbringen, die Silos aufbrechen, ungeschriebene Regeln hinterfragen. So können wir Veränderungen gemeinsam angehen und schlussendlich Teil von etwas Größerem sein.

 

Diskutieren Sie mit: Was macht für Sie eine gute Führungskraft aus?

Kommentare 1 - 1 (1)
Danke für Ihre Nachricht.
Daniel van Treeck
18
September
2017
Congrats Juliane- great appreciation and very well deserved!!!