18
Juli
2016
|
10:01
Europe/Amsterdam

Vielfalt: mehr als nur ein Wort auf bunten Folien

Von Pia Schuster – Diversity ist schick. Wer als Unternehmen etwas auf sich hält, proklamiert Vielfalt als Erfolgsfaktor, schreibt es in die Unternehmenswerte und schmückt sich damit in Stellenanzeigen. Daimler Financial Services hat kürzlich sogar einen Diversity-Preis bekommen. Grund genug für eine Analyse: Was heißt Diversity eigentlich bei uns im Arbeitsalltag?

Ist Diversity bei uns mehr, als ein schönes Wort? Ich meine ja. Natürlich schaue ich mit einer besonderen Brille auf das Thema. Ich arbeite in der Personalabteilung bei der Daimler Financial Services AG, zu der auch die Mercedes-Benz Bank gehört. Und da geht es auch schon los mit der Vielfalt: Hier arbeiten so viele verschiedene Nationalitäten, dass manche sich gar nicht mehr auf Deutsch verständigen, sondern nur auf Englisch. Diese Internationalität macht sich schon ganz am Anfang im Bewerbungsprozess bemerkbar. Ich fand es erst ungewöhnlich, als wir einen neuen Mitarbeiter eingestellt haben, den wir bis zum ersten Arbeitstag nicht persönlich kennengelernt haben. Er kam aus Kuala Lumpur und hat sich per Skype beworben – überzeugend.

Vielfalt, das ist bei uns aber noch viel mehr als unterschiedliche Kulturen aus allen Herren Ländern und Sprachenwirrwarr: Wir beschäftigen annähernd gleich viele Frauen und Männer (weltweit 52% Frauen und 48% Männer), haben Praktikanten, die blind oder in ihrer Sehfähigkeit stark eingeschränkt sind und Geflüchtete aus Syrien sowie Indien, die ein Brückenpraktikum bei uns machen. Aus meiner Sicht spielt auch die sexuelle Orientierung keine Rolle im Job. Klar merkt man bei all der Vielfalt Unterschiede im Arbeitsalltag, denn jede Kultur, jeder Einzelne, hat eben ein anderes Gefühl für beispielsweise Zeit, Herangehensweisen und Verbindlichkeit. Aber genau das macht es ja so spannend und ergänzt sich – schlussendlich sind wir hier alle Kollegen.

Und was tun wir als Unternehmen dafür, all das glaubhaft nach innen und außen zu fördern? Es gibt unzählige Maßnahmen von der Teilnahme beim Christopher Street Day über die Europe Community – eine Art internes Facebook für uns – bis hin zum unternehmensweiten Diversity Day, an dem wir Aktionen an allen Standorten starten und für das Thema sensibilisieren. Mit unseren Diversity Initiatives konzentrieren wir uns einmal pro Quartal auf Diversityfacetten wie Gender, Religion, Ethnizität oder Behinderung, indem wir Workshops, Diskussionsrunden, Filme und Vorträge im Unternehmen organisieren. Auch unser Management widmet sich in globalen Arbeitsgruppen diesem Thema. Schließlich ist Diversity einer unserer Unternehmenswerte.

Für den Wettbewerb "Deutschlands beste Arbeitgeber" des Instituts Great Place to Work haben wir all diese Aktivitäten zusammengefasst, Details aus dem täglichen Arbeitsleben gesammelt und mit Fotos und Filmen bestückt – eine Mammutaufgabe. Doch die Arbeit hat sich gelohnt, denn am Ende gab’s sogar den Sonderpreis Diversity von Great Place to Work dafür.

Als Personalerin freut es mich natürlich ganz besonders, dass unsere Bemühungen für eine mitarbeiterorientierte Kultur auch von außen gewürdigt werden. Die fünf Minuten, in denen bei der Preisverleihung ein Redner von Great Place to Work da oben auf der Bühne stand, die Laudatio auf unseren Preis hielt, das war ein ganz besonderer Moment und für mich ein Highlight in meinem Berufsleben.

Kurzum: Ich arbeite gern hier, weil unser Unternehmen offen und tolerant ist – und das nicht nur als schicke Schlagworte, sondern echt und ehrlich - zumindest für mein Gefühl.

Kommentare 1 - 1 (1)
Danke für Ihre Nachricht.
Ilona Heib
25
July
2016
Danke für den tollen Beitrag. Ja, wir sind wirklich auf einem guten Weg!