01
September
2016
|
17:32
Europe/Amsterdam

Transformative Moments in Berlin

+++ Die deutsche Version finden Sie weiter unten. +++

Hey! My name is Benjamin Santiago and I’m the recipient of the Mercedes-Benz Financial Services Emerging Artist Award for 2016.

Von Benjamin Santiago – Hey! My name is Benjamin Santiago and I’m the recipient of the Mercedes-Benz Financial Services Emerging Artist Award for 2016. To be honest, it is rare for me to win anything. So it was an honor to even be nominated among other students from each of the ten departments at Cranbrook Academy of Art (in Bloomfield Hills, Michigan). It’s still kind of hard to believe that I actually won the award. I’ll take this opportunity we have together, at this quiet vertex of the internet, to talk a bit about my work and how being in Berlin has affected it. My background is in graphic design and animation, but the current iteration of my practice is multidisciplinary, focusing mainly on performance art and music.

Literally and figuratively, Berlin has been a trip. At first I thought that Berlin would make me want to make super-serious minimalist electronic music, like Popul Vuuh or Tangerine Dream. I thought I would breathe whatever air that they breathed and it would just transform me. However, one of the parallels I’ve seen about my time in Berlin is with David Bowie and his so-called “Berlin Trilogy.” Bowie sought out Berlin as a way to get off drugs, whereas I received the residency in Berlin as an award and have never drank or done drugs. I’ve seen the musical output that I have produced in Berlin as lumped into three categories: Haters, KANAKA and the Spaundou work.

First, "Haters" is a piece that I did at Cranbrook that I am working to extend into a full album. It re-emerged when I remembered the piece “assthetic education,” which mentions Friedrich Schiller, Immanuel Kant and the Ereignis, a Heideggerian concept. I’ve had the poem translated into German and am working to record it by a native German speaker. You can expect plenty of bilingual puns, and ruminations on the curative powers of Spezi, if you are into that sort of thing. If you’d like to hear the old EP you can come over here.

Most of the music I have worked on here has been rather “cheesy” sounding, combining slide guitar, drum machines and synthesizers that are meant to simulate cheap keyboards from the 1960’s; often recalling a purposely cliché image of a beach or “tropical” location. I have grouped these tropical-sounding recordings into a work tentatively titled “Kanaka.”

“Kanake” is a word I learned about in Berlin from watching a video about a rapper who is part Turkish, but spends most of her time in Germany. “Kanake” is a derogatory term for Turkish people, but originally was used to refer to people of the South Pacific. “Kanakermann” was also (apparently) used in the 19th Century to roughly mean a “wild” man. I really like the word “kanaka” aesthetically, but also the fact that it’s meaning has been orphaned by travel and trade. Although, the lyrical content will not attempt to speak directly to etymology of kanake/kanaka, it is meant more as a kind of focal point for thinking about alienation in general.

The other component of my practice, and what I won the award for, is a language called “Spaundou” (pronounced “SPAWN-doo”), which is manifested in song and performance. The past incarnations of this work have been ways for me to express certain experiences from my past in an exuberant and entertaining way. Not having the full suite of linguistic tools to express myself in Berlin, the new performances and music I am working on in Spaundou deal more with the fear and alienation of being unable to express oneself brings.

Shout out to Mercedes-Benz Bank and Daimler Financial Services, Künstlerhaus Bethanien, and Berlin! It’s been a transformative moment for me and my practice and a real honor!

<3 Ben

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Als Gewinner des Emerging Artist-Stipendiums kam Benjamin Santiago für mehrere Wochen nach Berlin. Daimler Financial Services fördert mit der Partnerschaft zur Cranbrook Academy of Art den Dialog zwischen Mitarbeitern und Kunststudenten über Kunst und Innovation. Was Benjamin während seiner Zeit im Künstlerhaus Bethanien erlebt und geschaffen hat, erzählt er im Mercedes-Benz Bank Blog.

Hey! Mein Name ist Benjamin Santiago und ich bin der Gewinner des diesjährigen Emerging Artist-Awards von Mercedes-Benz Financial Services. Um ehrlich zu sein, ist das für mich etwas ganz Außergewöhnliches. Es war schon eine Ehre, unter den vielen Studenten der Cranbrook Akademie of Art (in Bloomfield Hills, Michigan) überhaupt für den Preis nominiert zu werden. Ich kann es immer noch kaum glauben, dass ich wirklich gewonnen habe. Jetzt am Ende meines Stipendiums nutze ich die Gelegenheit, ein wenig über meine Arbeit zu sprechen und darüber, wie die Zeit in Berlin sie beeinflusst hat. Meine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Grafikdesign und Animation, aber zurzeit konzentriere ich mich hauptsächlich auf Performance und Musik.

Berlin war ein Trip – im wahrsten Sinne des Wortes. Zuerst dachte ich, dass ich in Berlin super-ernste Minimal-Electro-Musik machen würde, wie zum Beispiel Popul Vuuh oder Tangerine Dream. Ich dachte, wenn ich die Luft atmen würde, die sie geatmet haben, würde mich das vielleicht irgendwie verwandeln. Aber stattdessen sehe ich eher Parallelen zu David Bowie und seiner so genannten „Berlin-Trilogie“. Nur mit dem Unterschied, dass Bowie zum Drogen-Entzug nach Berlin kam, während ich den Aufenthalt in der Stadt als Auszeichnung empfing und nie getrunken oder mit Drogen experimentiert habe. Das musikalische Werk, das ich in Berlin geschaffen habe, konzentriert sich in ebenfalls in einer Trilogie: Haters, KANAKA und Spaundou.

"Haters" ist ein Stück, dass ich auf der Cranbrook Academy begonnen und aus dem ich ein ganzes Album machen will. Es kam mir wieder in den Sinn, als mir das Gedicht „assthetic education“ in die Hände fiel, in dem Friedrich Schiller, Immanuel Kant und das Ereignis-Verständnis des Philosophen Martin Heidegger erwähnt werden. Ich ließ das Gedicht ins Deutsche übersetzen. Jetzt arbeite ich mit einem Muttersprachler zusammen, um es auf Deutsch aufzunehmen. Bilinguale Wortspiele erwarten Sie – hier können Sie in die Platte reinhören.

Die meiste Musik, an der ich hier gearbeitet habe, klingt eher ein wenig kitschig. Sie kombiniert Slide-Gitarre, Drums und Synthesizer. Damit will ich die billigen Keyboards aus den 1960’ern imitieren und mit Absicht an dieses Klischee von Strand oder einem tropischen Ort erinnern. Diese tropisch anmutenden Aufnahmen habe ich zu einem Werk zusammengefasst und vorläufig „Kanaka“ genannt.

„Kanake“ ist ein Wort, das ich in Berlin zum ersten Mal gehört habe – in einem Video über eine Rapperin, die zum Teil türkischstämmig ist, aber die meiste Zeit in Deutschland gelebt hat. „Kanake“ ist heute ein abwertender Ausdruck für Türken, aber ursprünglich wurde er im Zusammenhang mit Leuten aus der Südsee verwendet. Mit „Kanakermann“ bezeichnete man anscheinend im 19. Jahrhundert einen „wilden“ Mann. Aus ästhetischer Sicht mag ich das Wort „kanaka“ sehr. Aber ich mag auch die Tatsache, dass seine Bedeutung entfremdet wurde. Dabei wollte ich mich mit dem lyrischen Inhalt meines Stücks nicht direkt auf die Herkunft des Wortes „Kanake/Kanaka“ beziehen. Vielmehr steht für mich die Entfremdung im Allgemeinen im Mittelpunkt.

Der andere Teil meiner Arbeit, für den ich den Award gewonnen habe, ist eine Sprache, die ich „Spaundou“ genannt und in Form von Songs und Performance umgesetzt habe. Die letzten Ergebnisse dieser Arbeit waren für mich eine Möglichkeit, bestimmte Erfahrungen aus meiner Vergangenheit in einer ausgelassenen und unterhaltsamen Art und Weise auszudrücken. In Berlin zu sein ohne umfassende Fähigkeiten, mich in sprachlich äußern zu können, hat die neuen Performances und die Musik in „Spaundou“ stark beeinflusst. Sie handelt nun mehr von der Furcht und Entfremdung, die es mit sich bringt, wenn man sich selbst nicht ausdrücken kann.

Shoutout, Mercedes-Benz-Bank und Daimler Financial Services, Künstlerhaus Bethanien und Berlin! Die Zeit in Berlin hat mich verändert und war mir eine große Ehre!

<3 Ben

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