22
Juni
2017
|
15:00
Europe/Amsterdam

Neues Bürodesign, neue Arbeitskultur

Start-Up-Spirit in der Bank

Von Matthias Bukor – Seit Januar habe ich keinen Arbeitsplatz mehr – sondern viele! Denn Anfang des Jahres zog der Bereich Global Sales and Marketing, in dem ich arbeite, in unser neues Gebäude am Pragsattel. Aber es war mehr als nur ein Umzug in ein neues Gebäude, es war ein neues Arbeitsgefühl. Denn Skyline bedeutet: keine festen Arbeitsplätze, keine Schränke und wenig Wände. Davor habe ich von „Desk-Sharing“ zwar immer wieder gehört, jetzt aber kann ich mitreden.

Einsparung nur als Nebeneffekt

Erstmal klang alles vielmehr nach Start-Up als nach Großkonzern. Jede Abteilung im neuen Gebäude hat einen bestimmten Bereich, fest zugeordnete Arbeitsplätze gibt es aber nicht mehr. Dadurch kann ein Teil der Plätze eingespart werden, da nie alle gleichzeitig da sind. In unserer Abteilung sind 70 Personen beschäftigt, aber es gibt nur 61 Arbeitsplätze. Irgendjemand ist immer im Urlaub, im Home Office oder auf Dienstreise. Jeden Abend verstaue ich mein Equipment im Schließfach und beziehe morgens einen neuen Platz. Damit wird übrigens auch die Vision vom papierlosen Büro Realität. Ganz nebenbei. Denn seit ich all meine Unterlagen abends in ein Schließfach stecken muss, drucke ich noch weniger aus.

Am Ball bleiben

Womit ich ehrlich nicht gerechnet habe, sind die positiven Auswirkungen auf meine Arbeit. In meinem Job geht es um die Einführung von Software und digitalisierten Prozessen zur Optimierung des Kundenerlebnisses im Autohaus. Daher erlebe ich täglich, wie schnell sich die Welt durch die Digitalisierung verändert. Die Zukunft wird schneller, agiler und vernetzter. Umso wichtiger ist es für mich, nicht den Anschluss zu verlieren. Da kommt ein wandernder Arbeitsplatz ganz gelegen: Ich bekomme Einblicke in die Projekte der anderen Teams, knüpfe Kontakte und tausche Ideen aus. Anfangs gewöhnungsbedürftig, sehe ich es als große Bereicherung.

Mehr Ruhe durch Think Tanks

Das Wichtigste ist aber: Die Zeit, die ich früher mit der Planung von Meetings inklusive Suche nach freien Besprechungsräumen verbracht habe, fällt weg. Kein Kampf mehr um die Reservierung weniger Besprechungsräume. Stattdessen gibt es jetzt mehr Möglichkeiten, die sich an verschiedenen Bedürfnissen orientieren. Für kleinere Termine gibt es die „Think Tanks“, Mini-Besprechungsräume für zwei bis vier Personen, die man spontan für Gespräche oder Telefonate nutzen kann. Trotz der offenen Strukturen wird es damit insgesamt ruhiger.

Rückzugsorte dürfen nicht fehlen

Neben all dem Networking darf nicht vergessen werden: Es gibt Momente, in denen man Ruhe zum Arbeiten braucht. Was dann? Dann gehe ich in den fünften Stock. Wir nennen es den „Future Workplace". Dort gibt es mehrere Rückzugsmöglichkeiten, gemütliche Sessel und einen Bibliotheksbereich, wo ich voll konzentriert arbeiten kann. Auf dem gleichen Stockwerk kann ich auch nach intensiven Phasen wunderbar abschalten. Kollegen spielen dazu eine kleine Runde am Tischkicker oder werfen ein paar Pfeile auf die Dart-Scheibe. Ich gehe gerne mit einer Tasse Kaffee auf die Terrasse und genießen den Blick über Stuttgart – das Konzept gibt meiner Work-Life-Balance einen neuen Aspekt.

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