21
April
2017
|
08:00
Europe/Amsterdam

Neues Headquarter: Arbeiten mit Aussicht

Zwei Jahre hat’s gedauert vom Spatenstich bis zum Einzug ins neue DFS-Headquarter „Skyline“ auf dem Stuttgarter Pragsattel. Besonders daran ist nicht nur die Aussicht über den „Kessel“, sondern auch die Idee des Arbeitens: flexibel, modern, anders. Thomas Pfäffle, Leiter des Facility Managements, war bei der Entwicklung ganz nah mit dabei.

Von Thomas Pfäffle – Auf meinem Weg zur Arbeit sehe ich ihn schon von weitem: Den „Skyline“-Tower. Er thront auf dem Stuttgarter Pragsattel und markiert für mich einen Meilenstein in meiner Arbeit der letzten zwei Jahre. Denn direkt neben dem Tower befindet sich das neue Headquarter von Daimler Financial Services (DFS), das sechsgeschossige „Skyline“-Office. Ich verantworte das Facility Management der Mercedes-Benz Bank und der DFS-Zentrale und bin zukünftig auch für dieses Gebäude zuständig. Deshalb war ich von Anfang an mit dabei - von der Konzeption, über den Bau bis hin zum Umzug.

Als Teamleiter habe ich in meinem Bereich eine stark koordinierende Funktion und bin verantwortlich für alles, was den Gebäudebetrieb betrifft. Darunter fällt zum Beispiel die Steuerung der Haustechniker, des Empfangs und die Ausstattung der Büroflächen. Im Gegensatz zu unseren Handwerkern und Dienstleistern kann ich am Ende meines Tages nicht auf eine gespachtelte Wand oder montierte Leuchte blicken. Im übertragenen – und auch wörtlichen – Sinne sehe ich aber jetzt von meinem Schreibtisch im benachbarten Mercedes-Benz Bank-Gebäude aus ein Riesenprojekt, das hinter mir liegt.

Wie der Name schon verrät, haben die Mitarbeiter im neuen „Skyline“-Gebäude einen atemberaubenden Blick auf Stuttgart. Aber das ist nicht alles, spannend ist das Gebäude auch von innen: Wir haben uns für ein neues Bürokonzept mit offenen Räumen, maximaler Flexibilität und Transparenz entschieden. Es gibt keine fest zugeordneten Schreibtische mehr, jeden Tag wählen Mitarbeiter ihren Platz aufs Neue. Damit setzt das Unternehmen auf eine neue Form des Zusammenarbeitens mit mehr Agilität, interdisziplinären Teams und weniger Präsenzkultur. Wichtig ist nicht, wo, sondern dass ich meine Arbeit erledige.

Meiner, deiner – unser Arbeitsplatz!

Sharing als Trend ist nichts Neues: Wir teilen inzwischen verschiedenste Dinge, vom Auto (car2go, Croove), über die Unterkunft (Airbnb, Couchsurfing), bis hin zur Bekleidung, die man für einen bestimmten Zeitraum mieten kann, bevor sie zur ökologischen Wiederverwertung zurück in die Textilindustrie geht – „Lease A Jeans“ macht’s möglich. Als Benutzer profitieren wir davon, weil es uns flexibel macht und wir jeden Tag neu entscheiden können, wonach uns ist, worauf wir Lust haben, was uns heute weiterbringt. Raus aus dem Alltagstrott, mal anders an die Sache herangehen – so auch die Idee beim Desk- also Schreibtisch-Sharing.

Desk-Sharing ist nicht neu, aber viele innovative Unternehmen nutzen es. Ich finde es super, dass auch wir uns hier einreihen. Dass wir uns trauen, mal etwas anderes zu testen als den fest zugeordneten Arbeitsplatz. Und wie funktioniert es genau? Ohne festen Schreibtisch gilt: Jeden Abend wird der Arbeitsplatz vollständig aufgeräumt, sodass der Nächste am Tag darauf einen „Clean Desk“ vorfindet. Um Arbeitsunterlagen und persönliche Gegenstände zu verstauen, gibt es für jeden Mitarbeiter Schließfächer. Sideboards und Rollcontainer für Papierablagen haben wir weitestgehend abgeschafft, denn papierreduziertes Arbeiten ist Teil des Sharing-Konzepts.

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Inspirieren lassen haben wir uns innerhalb der Daimler AG unter anderem von dem Bereich Fabrikplanung in Böblingen, wo bereits über 200 Kollegen das Konzept seit längerem ausprobiert haben und davon überzeugt sind. Der Vorteil des Teilens liegt zum einen natürlich in der Flexibilität, der besseren Kommunikation und dem Kulturwandel, der dem Sharing-Prinzip zugrunde liegt. Ein weiterer Vorteil: Viele Arbeitsplätze sind regelmäßig nicht belegt, weil Mitarbeiter aus verschiedenen Gründen nicht im Büro anwesend sind. Daraus ergibt sich, dass die Flächen besser genutzt werden können

Beschreibbare Tische, Magnetische Wände

Aber das Desk-Sharing ist natürlich nicht alles, was unsere neuen Büros ausmacht. Es gibt beschreibbare und magnetische Wände, Think Tanks (kleine Besprechungsräume für spontane Meetings) mit neuester technischer Ausstattung wie z.B. Airplay, Tische, die gleichzeitig als Notiz-Blöcke dienen, bequeme Ohrensessel bis hin zu einem Campuselement, das in Form eines Atriums als alternativer Sitz- und Besprechungsort dient. Außerdem haben wir eine komplette Etage, den „Future Workplace“, als Fläche für kreatives Arbeiten gestaltet. Aktions- und Projektflächen stehen dort ebenso zur Verfügung wie ein Bibliotheksbereich oder Rückzugsmöglichkeiten zum ruhigen Arbeiten.

Das Motto bei alledem: Mal anders arbeiten. Das probieren wir in vielerlei Hinsicht aus – und ich bin unglaublich gespannt, wie sich all diese Möglichkeiten in den nächsten Monaten bewähren. Und ob sich die Art zu arbeiten - und auch die Ergebnisse - dadurch tatsächlich ändern.

Einfach mal ausprobieren

Besonders herausfordernd war für mich persönlich neben dem Alltagsgeschäft die Überzeugungsarbeit, die ich geleistet habe, um den Kollegen Ängste zu nehmen. Denn natürlich springt nicht jeder vor Freude in die Luft beim Gedanken daran, sich jeden Tag einen neuen Arbeitsplatz zu suchen. Aber die Mehrheit meiner Kollegen findet’s richtig gut, und jetzt, da die Umzüge ins neue Gebäude geschafft sind, kommen die ersten Rückmeldungen bei mir an – und die sind durchweg positiv. Ich muss gestehen, ich bin ein wenig neidisch, dass ich selbst nicht zu denjenigen gehöre, die jetzt in den neuen Räumen arbeiten dürfen. Denn ich bin überzeugt: Mit „Skyline“ sind wir einen wichtigen Schritt in die Zukunft gegangen, sowohl was das Gebäude als auch unsere Kultur betrifft.

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Thomas Pfäffle
ist seit 2015 bei der Mercedes-Benz Bank. Er ist Leiter des Facility Managements und hat den Bau des Skyline-Gebäudes begleitet.
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