27
April
2018
|
09:51
Europe/Amsterdam

Innovationskultur

Ist das neu oder kann das weg?

 

Daimler Financial Services und die Mercedes-Benz Bank schreiben aktuell die besten Jahre ihrer Unternehmensgeschichte. Die Schnelllebigkeit und Digitalisierung der heutigen Zeit bringt aber auch viel Veränderung mit sich. Sophia Rödiger, Teamleitung Innovation & Partnerships bei Daimler Financial Services, berichtet, wie das Unternehmen mit dem Wandel umgeht und welche Rolle Innovationen dabei spielen.

Von Sophia Rödiger - In den nächsten zehn Jahren werden mehr Innovationen erwartet, als es in den vergangenen 100 Jahren gegeben hat. Entsprechend wichtig ist es für Unternehmen, innovativ zu sein – denn nur durch permanentes Erneuern und Dazulernen können wir unseren Kunden die passenden Finanz- und Mobilitätsdienstleistungen bieten. Aber wie reagiert man am besten auf den Wandel? Und müssen wir wirklich alles Altbewährte über den Haufen werfen, nur weil etwas Neues um die Ecke kommt? Das sind Fragen, die mich in meinem Job als Teamleiterin Innovation & Partnerships bei Daimler Financial Services täglich beschäftigen.

Oft bekomme ich zu hören: Bei euch jagt doch sowieso ein Rekordjahr das nächste. Und es stimmt - wir schreiben aktuell die besten Jahre unserer Unternehmensgeschichte. Trotzdem ist wirtschaftlicher Erfolg keine Garantie dafür, Trends rechtzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren. Wir haben ganze Branchen gesehen, die genau das verpasst haben: Wer geht heute noch in eine Videothek, um sich einen guten Film für einen gemütlichen Abend auf der Couch auszuleihen? Ich kenne niemanden. Wir sind angekommen im Zeitalter der Netflix-Serien-Junkies und Instagram-Power-Nutzer. Gesellschaften verändern sich, wie alles andere im Leben auch. Deswegen ist es wichtig, eine Innovationskultur im Unternehmen zu verankern und uns permanent neu zu erfinden.

Das Erfolgsrezept

Wir bei Daimler Financial Services verfolgen dazu zwei Ansätze: einmal durch die Veränderung von innen heraus – mit uns, den Mitarbeitern – und einmal durch äußere Impulse, wie von anderen Großunternehmen oder Startups. Damit dies besonders „smooth und agile“ funktioniert, haben wir eine globale „Innovationsreise“ entwickelt, die von einer Problemstellung über eine gute Idee zu einem neuen Produkt führt. Die Kunst dabei ist, viele Experimente zu erlauben und trotzdem frühzeitig die Spreu vom Weizen zu trennen. Dazu bewertet ein globales Netz an Themenexperten aus verschiedenen Fachbereichen mit uns als Team für digitale Transformation gemeinsam die Ideen. Entscheidend ist, dass ein Ideengeber mit seinem Einfall ein Kundenproblem auch wirklich verstanden hat und auf eine neue Art und Weise zu lösen versucht.

Es kommt nicht von ungefähr, dass Daimler Financial Services einen globalen Bereich etabliert hat, der sich gezielt mit dem Thema „Customer Journey Experience“ beschäftigt und aktuell mehr und mehr interaktive Formate mit dem Kunden erprobt. Denn Innovation entsteht nicht in PowerPoint-Präsentationen oder Meetings – sie braucht den Zufall, das Experiment, den Dialog mit den Kunden, die Risikobereitschaft und oft auch eine Prise Glück.

Auf Schatzsuche

Vor allem externe Partner wie Startups helfen uns, aus unseren gewohnten Strukturen auszubrechen und neue Wege zu gehen. Sie fordern uns immer wieder heraus, uns zu fokussieren und schneller zu sein. Hier müssen unsere globalen Startup Scouts wie Schatzsucher agieren, um die richtigen Partner für unser Unternehmen zu finden – denn es ist nicht alles Gold, was glänzt. Zudem haben wir bei Daimler Financial Services das „Startup Intelligence Center (SIC)“ etabliert; eine zentrale Anlaufstelle für jedes Startup, das mit uns kooperieren möchte und ein interessantes Produkt oder eine Produktidee anbietet. Im SIC identifizieren wir potenzielle Partner und pilotieren dann gemeinsam spannende Projekte aus Bereichen wie zum Beispiel künstliche Intelligenz oder Blockchain. Ziel ist es, neue Technologien zu erforschen, zu erfahren, wie der Kunde darauf reagiert und konkrete Anwendungsfälle für unser heutiges und zukünftiges Geschäft abzuleiten. Aus solch einem gemeinsamen Piloten kann dann eine langfristige Partnerschaft auf Augenhöhe werden – Investment, Mentoring und Akquise sind mögliche Wege.

Mut und Messbarkeit

Aber nicht nur Startups helfen uns dabei, schnell neue Lösungen zu entwickeln und zu implementieren. Wir setzen auf die eigene Innovationskraft. So gibt es verschiedene global agierende Teams wie hier bei uns im Headquarter, die Prototypen bauen, neue Geschäftsmodelle definieren und diese frühzeitig mit unseren Kunden validieren. Und woher wissen wir, was dabei herauskommt? Die Wahrheit ist: Keiner kann es vorhersehen. Innovation kann nicht genau berechnet werden und lässt sich nicht mit denselben Zahlen messen, mit denen wir operationale Finanzprozesse seit Jahren kontrollieren. Deswegen müssen wir zunächst einmal offen sein und unseren Experten Freiraum lassen. Ein bisschen Mut gehört auch dazu. Und etwas Geduld und Sensibilität dafür, das Neue nicht zu vorschnell in das Bestehende integrieren zu wollen. Denn Innovation bedeutet nicht zwangsläufig „alt gegen neu“ und das Entscheiden zwischen beidem. Vielmehr ist es die Kunst, beides zu verbinden – anstatt die Frage zu stellen: Ist das neu oder kann das weg?

Hier geht's zum Startup Intelligence Center.

 

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