21
Juni
2018
|
10:16
Europe/Amsterdam

moovel

Eine App für überall hin?

 

Alle Angebote in einer App? Als Privatmensch wünscht man sich doch genau das. Kein App-Chaos mehr auf dem Smartphone, kein lästiges Wechseln zwischen den einzelnen Angeboten. moovel ist so eine App – für innerstädtische Mobilität. Was sie kann, habe ich mir in Stuttgart einmal näher angesehen.

Mit dem Taxi zum Termin? Oder doch lieber mit dem Leihfahrrad? Wer wie ich kein Auto besitzt, muss sich oft aufs Neue überlegen, wie er zum Ziel kommt. Die App „moovel“ will möglichst viele Mobilitätsangebote bündeln. Egal, ob mit Carsharing, dem Taxi, der Straßenbahn oder dem gemieteten Drahtesel: Die App zeigt mir einen Weg zu meinem Ziel und lässt mich das gewünschte Transportmittel direkt buchen. One-Stop-Shop nennt sich das Konzept. Haben Sie noch nie gehört? Ich auch nicht. Als Student an der Kölner Journalistenschule bin ich angetreten, um die App samt Konzept zu testen.

Das bietet mir die moovel App

Moovel kooperiert mit bereits eigenständig aktiven Unternehmen und integriert deren Angebote in seine App. Das derzeitige Repertoire: Auf der Straße sind die Mietfahrzeuge von car2go sowie die Taxis von mytaxi dabei. Auf der Schiene lassen sich unter anderem Tickets für den Hamburger und Stuttgarter Nahverkehr sowie für Züge der Deutschen Bahn buchen. Und wer gerne selbst in die Pedale tritt, kann sich ein Fahrrad von Anbietern wie Nextbike und Co. ausleihen.

Aller Anfang war – überraschend leicht

Die Registrierung in der App verlief problemlos. Sind Name, Kontakt- und Bezahldaten eingegeben, ist die App einsatzbereit. Um die Mietfunktion von car2go zu nutzen, verlangt die moovel App zusätzlich nach einem Bild des Führerscheins samt Selbstporträt, um die Fahrerlaubnis zu verifizieren. Ein mulmiges Gefühl kommt auf, gebe ich doch sensible Daten aus der Hand. Allerdings versprechen die Macher von moovel, sich an deutsche Datenschutzstandards und die europäische Datenschutzgrundverordnung zu halten. Denn ohne die Daten gibt es kein Mietfahrzeug.

Beim Öffnen der App zeigt eine Karte alle verfügbaren Verkehrsmittel in der Nähe an. Habe ich mich für eines entschieden, klicke ich es an und bekomme weitere Infos – etwa zur Position, zum Ladestand eines E-Autos oder zum Preis. Alternativ lässt sich auch die Zieladresse eingeben. Dann listet mir die App die verschiedenen Möglichkeiten auf. Dabei berechnet moovel auch mögliche Kosten voraus. Ist das Taxi zu teuer? Dann vielleicht doch besser ein Mietauto?

smart EQ fortwo mit optionalem 22kW-Bordlader / Stromverbrauch (kombiniert): 13,5-12,9 kWh/100km, CO2-Emissionen (kombiniert): 0 g/km

Fahrspaß im Stadtflitzer

Besonders neugierig war ich deshalb auf das Carsharing-Angebot von car2go. Steht ein Mietfahrzeug in meiner Nähe, kann ich es zuerst per Klick reservieren. In den darauffolgenden 20 Minuten ist das Auto für andere Nutzer blockiert und gibt mir Zeit, es zu finden. Die App zeigt mir dafür den genauen Standort an. Am Auto angekommen, schließe ich es per Auswahl in der App auf, ziehe den Schlüssel aus der Vorrichtung am Armaturenbrett, starte den Motor und fahre los. Das ging überraschend schnell.

Vor allem die in Deutschland bislang exklusiv in Stuttgart verfügbaren Elektro-smarts von car2go versprechen dabei noch jede Menge Fahrspaß. Der Zweisitzer ist zwar klein, dafür wiegt der smart aber so wenig, dass er mit einer schnellen Beschleunigung aufwarten kann. Bei freier Fahrt kam fast schon Kartbahn-Feeling auf – natürlich nur innerhalb der Geschwindigkeitsbegrenzung.

Auch die Parkplatzsuche gestaltete sich leicht. Durch die kompakte Größe passen smarts in nahezu jede Lücke. Parken darf man übrigens vollkommen kostenlos auf jedem öffentlich zugänglichen Parkplatz. Und wem der Zweisitzer zu klein ist, der findet mit Glück auch ein größeres Mercedes-Modell in der Nähe. In Stuttgart sind das elektrische B-Klassen. So können auch kleinere Gruppen gemeinsam zum Wunschort kommen.

Vorsicht: Grenzen

Mein Fahrspaß mit dem Mietauto hatte allerdings auch seine Grenzen. Nämlich geographische. Die Geschäftsgebiete von car2go sind örtlich beschränkt. Fahren und zwischendurch Anhalten funktioniert zwar auch außerhalb des vorgesehenen Bereichs. Stehenlassen dürfte ich das Auto dort aber nicht. Deshalb die Warnung an Faulpelze: Wer in einem abgelegenen Stadtteil wohnt, der riskiert, am Ende laufen zu müssen. Wichtig ist deshalb, sich vorher zu informieren.

Stelle ich den Wagen ab, bekomme ich über die App eine Checkliste angezeigt. Ist das Licht ausgeschaltet? Sind die Fenster oben? Abgerechnet wird bei der App pro gefahrene Minute. Stau und viele Ampeln sollten Fahrer also besser vermeiden. Sonst wird es teurer, als von der App vorausberechnet.

Stressfrei im Taxi

Wer eine entspannte Fahrt möchte, kann über moovel auch ein Taxi rufen. Das Buchungsprinzip ist immer gleich: Ist ein Taxi in meiner Nähe, klicke ich es an und bestelle es. Über die Standortfreigabe meines Smartphones weiß der Fahrer, wo er mich abholen soll. Sobald ich meine Zieladresse eingebe, bekomme ich eine Kostenschätzung. Diese war ziemlich genau. 18 Euro sollte meine Fahrt kosten, 18,20 Euro musste ich am Ende zahlen.

Habe ich das Taxi gebucht, sehe ich Bild und Namen des Fahrers. Das schafft Vertrauen. Holt er mich ab, kennt er auch meinen Namen. Der leuchtet nämlich am unteren Rand des Taxi-Bildschirms auf. Hinter seiner Anonymität als Fahrgast lässt es sich also nicht mehr verstecken – irgendwie fair, weiß ich im Gegenzug doch auch, wer mich nach Hause fährt.

Die Vorteile gegenüber eines klassischen Taxirufs: Der Fahrer kann meine genaue Position verfolgen. Sich zu verpassen, ist also ausgeschlossen. Außerdem kennt er bereits meine Zieladresse. Das macht das mytaxi auch für Feierwütige nach einer durchzechten Nacht zu einer sicheren Alternative für den Heimweg. Ein kleines Manko bleibt jedoch: Wer den Taxifahrer für die angeheiterten Gespräche mit Trinkgeld entschädigen möchte, muss sich zwangsläufig spendabel zeigen. Denn über die App lassen sich jeweils nur 10, 15, oder 20 Prozent des Fahrpreises geben.

Alles in einer App

Fazit: Bräuchte ich sonst viele verschiedene Apps, gibt mir moovel einen Überblick über alle verfügbaren Transportmittel und lässt mich spontan entscheiden. Im Test funktionierte das sowohl beim Mietauto als auch beim Taxi intuitiv. Leider sind die Angebote bislang nur etwas für manche Großstädter. Denn nicht überall ist der volle Umfang der App verfügbar. Deshalb: Gerne noch mehr davon.

 

Mehr zu moovel gibt's hier.

 

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