12
Januar
2017
|
08:00
Europe/Amsterdam

Bock auf Finanztraining?

Von Julian Gantner – Zugegeben, die Nervosität am Vorabend unseres ersten My Money, My Life-Workshops war mir anzumerken. Präsentationen halten und Meetings auch mit gestandenen Führungskräften – das ist für uns Bank-Trainees das täglich Brot. Aber einer Gruppe von 20 bis 30 Schülern Themen wie Erfolg und den Umgang mit Geld näher zu bringen, das war eindeutig Neuland. Wie würden sie auf uns reagieren und vor allem – interessieren sie sich überhaupt für das, was wir ihnen da erzählen? Drei Monate und sechs Workshops später kann ich sagen: Ja. Sie interessieren sich dafür. Sehr sogar.

Zurück in die Schule – in neuer Rolle

Aber der Reihe nach. Mitte Oktober 2016 war es endlich so weit. Stifte und Unterrichtsmaterial wurden im roten Smart verstaut los ging es unter der My Money, My Life-Flagge an die erste Schule. Für mich ist es etwas Besonderes, mitzuerleben, wie das Konzept, an dem ich mitgearbeitet habe, zum Leben erweckt wird.

Die Idee

Aber worum geht es eigentlich? Mit dem Projekt My Money, My Life hat sich die Mercedes-Benz Bank selbst einen Bildungsauftrag gegeben. Jugendliche sollen durch das Finanztraining ein stärkeres Bewusstsein für den Umgang mit Geld entwickeln: Was bedeutet Geld für mich? Wie kann ich mit meinem Geld gut haushalten? Und wie beuge ich Überschuldung vor? Im Fokus steht dabei nicht die Vermittlung von trockenem Finanzstoff, sondern die Einstellung der Jugendlichen zu Geld und ihren persönlichen Lebenszielen.

Bereichernd für beide Seiten

Im Klassenzimmer hatten wir die Möglichkeit, ein klein wenig vom eigenen Wissen an die Schüler weiterzureichen und ihnen aufzuzeigen, wie sie ihre Ziele erreichen und Träume realisieren können. Dass sich, verglichen zu meiner Schulzeit, einiges verändert hatte, war gleich ersichtlich: Schulranzen wurden durch Sportbeutel ersetzt und die Jogging-Hose scheint dem heutigen Schul-Dress-Code zu entsprechen. Dass sich auch die Tafel verändert hat, habe ich leider erst bemerkt, als ich versehentlich den falschen Stift (Permanentmarker) auf dem Whiteboard verwendet habe. Ich habe mich selbst schon beim Rektor gesehen, als einer der Achtklässler ganz cool meinte: „Kein Stress, lass mich mal machen“. Long story short – wir haben die Tafel wieder sauber bekommen und konnten den Workshop ohne weitere Zwischenfälle fortsetzen.

Wie hoch sind Deine Schulden im App-Store?

Doch nicht nur das Tafel-Erlebnis wird mir in Erinnerung bleiben. Erstaunlich fand ich auch, wie unterschiedlich die Erfahrungen der Schüler mit Geld waren. Vom einfachen Sparbuch bis zu hohen Schulden im App-Store – die Geschichten der Schüler boten reichlich Stoff für Diskussionen.

Jeder Workshop läuft anders

Bereits im ersten Workshop erlebte ich, dass die Vorbereitung nur bis zu einem bestimmten Grad möglich und sinnvoll ist. Die interessantesten Fragen kommen erst während des Workshops auf. Wie funktioniert denn eigentlich eine Kreditkarte und ist Onlinebanking wirklich sicher? Investiere ich lieber in Aktien oder in Immobilien? Und wer entscheidet, wie hoch die Zinsen auf mein Erspartes sind?

Nicht zuletzt lag die Herausforderung darin, Fachvokabular und unnötige englische Begriffe wegzulassen und so zu antworten, dass die Fragezeichen in den Gesichtern der Schüler verschwanden und nicht größer werden.

Daumen hoch oder Daumen runter? So urteilen die Schüler

Dass wir mit dem Was und Wie auf dem richtigen Weg sind, zeigte sich in der Feedbackrunde. Nachdem meine Nervosität in den ersten Minuten des Workshops verschwunden war, kam sie in diesem Moment nochmal zurück. Mit Hashtags und Emojis sollten die Schüler bewerten, wie sie den Vormittag mit uns fanden. Wie sehr die Tatsache, dass durch unseren Workshop der Deutsch-Unterricht ausgefallen war, die hohe Anzahl an lachenden Smileys und Herzchen beeinflusste, kann ich natürlich nicht sagen. Fakt ist aber, dass die Schüler im Anschluss an den Workshop auf uns zukamen und meinten, heute etwas gelernt zu haben, was so in der Schule kaum vermittelt wird. Spätestens da war sie verflogen, die Nervosität.

Mission erfüllt – und weiter geht’s!

Das Büro verlassen, um unser Wissen mit Schülern zu teilen, ihnen Themen wie Erfolg und den Umgang mit Geld näherzubringen und dabei zu helfen, ihren Zielen näher zu kommen – das haben wir uns zur Aufgabe gemacht. Und das haben wir erreicht. Ich freue mich jetzt schon auf die nächste Klasse!

My Money, My Life ist Teil des sozialen Engagements der Mercedes-Benz Bank. Mit dem Programm wollen wir einen Beitrag leisten, um der Verschuldung Jugendlicher vorzubeugen. Als Finanzdienstleister ist uns besonders daran gelegen, Projekte zur finanziellen Bildung zu unterstützen.

 

Kommentare 1 - 6 (6)
Danke für Ihre Nachricht.
Emilia
14
February
2018
Wie sehr ich mir wünsche, dass wir sowas in der Schule gehabt hätten kann sich keiner Ausmalen. Aus persönlicher Erfahrung kann ich nur sagen (und das können Sie gerne mit den Workshop nehmen): Wenn man in Immobilien investiert (die je nach Land/Standort m.M.n. durchaus eine stabilere Anlage sind als Aktien), dann sollte man egal ob beim Hausbau oder beim Hauskauf immer in die Investitionskosten auch die Kosten für einen eigenen Gutachter mit einberechnen. Die Lektion habe ich auf die harte Tour gelernt und möchte andere davor bewahren!

Der zweite mir wichtige Punkt ist die hier schon mehrfach gestellte Frage nach der potenziellen Schule: Können sich Schulen auf einen solchen Workshop bewerben? Bieten Sie den Workshop auch in anderen Städten Deutschlands an?

Toller Beitrag :)
- Emilia
Aline Meiser
21
February
2018
Liebe Emilia,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Im Finanztraining werden unter anderem Themen aus den Bereichen Lebenshaltungskosten und Investitionen behandelt, darunter auch Immobilien .

Bislang finden "My Money, My Life."-Workshops an Schulen im Großraum Stuttgart statt. Bei Fragen können Sie uns gerne über mymoneymylife@daimler.com kontaktieren.

Viele Grüße
Lidia Jerke

Mercedes-Benz Bank/Blog-Team
17
January
2017
Liebe Leser,
vielen Dank für Ihr Feedback und Ihr Interesse an "My Money, My Life"! Gerne geben wir Ihre Fragen zum Programm an unsere Fachabteilung weiter, die sich baldmöglichst bei Ihnen melden wird.
Viele Grüße vom Blog-Team der Mercedes-Banz Bank
Anette Kummer
16
January
2017
Super Sache, toll erzählt. So ist die Realität außerhalb der Bank in den Schulen. Die Schule meiner Tochter würde auch gerne davon profitieren. Rektor ist einverstanden. Schule ist leider nicht in Stuttgart.
Jutta Jaeger-Lenhard
13
January
2017
Wirklich ein ganz toller und witziger Bericht.
Mich würde interessieren was das für Schulen sind und ob man sich als Schule bewerben kann.
Grüße
Jutta Jaeger-Lenhard
Ilona Heib
13
January
2017
Großartiges Projekt!! Und spannender Bericht. Danke :o)
Christiane Reim
13
January
2017
Hallo Julian - klasse geschrieben!
Aber noch wichtiger: Danke für Deinen und Euren Einsatz und den Mut, sich solch ungewohnten Situationen auszusetzen.